Plastikmüll und (k)ein Ende

Zur Eindämmung der riesigen Plastikflut in Deutschland reicht der Runde Tisch zur Plastikvermeidung im Bundesumweltministerium mit Handel, Hersteller*innen und Verbänden und die Hoffnung auf die Umsetzung rein freiwilliger Vereinbarungen bei Weitem nicht aus. Wir GRÜNE im Römer fordern die Bundesregierung daher auf, eindeutige Reduktionsziele zu formulieren und diese auch verbindlich umzusetzen.

Die Art und Weise wie in Deutschland Plastik produziert und konsumiert wird, muss sich schnellstmöglich ändern. So werden hierzulande pro Jahr 4,4 Millionen Tonnen neuer Kunststoffverpackungen in Umlauf gebracht. Im Einzelhandel, und hier vor allem im Lebensmittelsektor, haben Verbraucher*innen kaum eine Chance, Produkte zu kaufen, die nicht in Plastik verpackt sind.

Um die Plastikmengen in Deutschland signifikant zu reduzieren fordern wir ein Verbot von eingeschweißtem Gemüse und Obst, ein mit Pfand versehenes Mehrweg-Containersystem für Produkte aus der Fleisch- und Käsetheke, Abfüllstationen etwa für Waschmittel, aber auch Mehrwegnetze oder Körbe in Einkaufswagen für Obst und Gemüse. Hierfür sind gesetzliche Regelungen unverzichtbar, denn rein freiwillige Absichtserklärungen wie sie beim Runden Tisch vereinbart wurden, reichen nicht aus. Selbstverständlich sind auch die Verbraucher*innen aufgefordert, ihr Konsumverhalten beim Thema Plastik zu überdenken und zu verändern.

Das Thema Plastiksparen gelangt derzeit erfreulicherweise immer mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. In Frankfurt wurde bereits im Jahre 2015 auf unsere Initiative hin die Aktion „Frankfurt trägt weniger Plastik“ ins Leben gerufen. In einer Dialogveranstaltung zwischen Wirtschaftsförderung, der IHK Frankfurt und dem Handelsverband Hessen-Süd e.V. wurde eine Diskussion angeregt, die einerseits für das Thema sensibilisierte und andererseits konkrete Handlungs- und Problemfelder bei der Reduzierung des Verbrauchs von Plastiktüten im Einzelhandel aufzeigte. Hieraus resultierte u.a. das Projekt „Ich bin dabei-plastikfrei“ auf der Berger Straße in Bornheim. Aus einem Bücherschrank kann man sich Taschen, die nicht aus Plastik sind, herausnehmen und seine Einkäufe darin verstauen.

Aktuell engagieren sich viele Frankfurter Initiativen wie z. B. „Lust auf besser leben“, das „Zero-waste Café „grammgenau“ in Bockenheim, aber auch „Plastikfastenaktionen“ zwischen Fasching und Ostern u.v.a. für eine messbare Reduzierung des Plastikmülls im Alltag.

All diese Aktivitäten beruhen auf Freiwilligkeit und auf dem Wunsch nach einer stärkeren Sensibilisierung der Bevölkerung. Gäbe es hier eine verbindliche Regelung, die unnötige Plastikverpackungen gesetzlich verbietet und so aus unserem Alltag schlichtweg verbannt, wäre schon sehr viel erreicht.

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