Aus dem Newsletter „Grüne Woche“: Laute Proteste gegen die Nominierung von Yusuf Yerkel als Handelsattaché im türkischen Generalkonsulat in Frankfurt

In der vergangenen Woche wurde durch Berichterstattungen der türkischen Presse bekannt, dass Yusuf Yerkel vom türkischen Handelsministerium als Handelsattaché des für Hessen zuständigen Generalkonsulats in Frankfurt nominiert wurde.
2014 hatte Yerkel nach dem schweren Grubenunglück in der türkischen Stadt Sorma durch seine Tritte gegen einen wehrlos am Boden liegenden und von Polizeikräften der Armee festgehaltenen Demonstranten international für Empörung und Unmut gesorgt. Das Bild des komplett die Beherrschung verlierenden Yerkel, damals Berater im Dienste des heutigen Staatspräsidenten Erdoğan, ging um die ganze Welt. Yerkel wurde zwar offiziell entlassen, blieb (als langjähriger Vertrauter) aber weiter im Dienst Erdoğans.
Die jetzige Nominierung Yerkels für den wichtigen Posten führte nun – nicht nur bei den türkeistämmigen Bürger*innen – auch hier zu Lande zu Unmut. So schlossen sich kurzfristig ein Aktionsbündnis von Organisationen und Vereinen zusammen und versammelten sich am vergangenen Freitag vor dem türkischen Generalkonsulat in der Kennedyallee zu einer Protestkundgebung. Auch ich war Teil dieses Bündnisses bzw. Aufrufes, unterzeichnete gemeinsam mit Mehmet Agatay und Emre Telyakar diesen Prostestbrief und nahm (gemeinsam mit ihnen) an der Kundgebung teil. Bereits davor hatte ich mich mit einem Grün Spricht zu Yerkels Nominierung und meine Kritik daran geäußert.
Eindrücke bzw. Bilder zur Protestkundgebung vor dem türkischen Generalkonsulat findet Ihr auf meiner Facebook– und Instagram-Seite.
Weitere Hintergrundinformationen rund um Yusuf Yerkel und über die Kundgebung in Frankfurt könnt Ihr ebenfalls aus der aktuellen Berichterstattungen der taz und der FR entnehmen.
Auch an dieser Stelle möchte ich mich bei allen Teilnehmer*innen und die zahlreichen Vertreter*innen der Gewerkschaften, Vereinen und demokratischen Organisationen bedanken, die mit ihrer Teilnahme und ihren Redebeiträgen ein starkes Signal gegen die Nominierung Yerkels und damit bzw. darüber hinaus auch gegen die Politik des türkischen Präsidenten gesetzt haben.

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